Geburtstagsmarathon

Hallo zusammen!

Sorry, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe! Aber ich hatte den ganzen Oktober damit zu tun, mit den unterschiedlichsten Menschen meinen Geburtstag nach- bzw. zu feiern.

Direkt an meinem Geburtstag war ich für ein Wochenende mit meiner Hamburger Freundin V. auf Zinnowitz. Meiner Lieblingsinsel und quasi Zweit-Heimat. Ich habe die Insel erstmals mit allen Sinnen erfahren und endlich all die Dinge getan, die ich dort schon immer tun wollte: Endlich mal mit nackten Füßen am Strand entlang zu laufen war herrlich! Meinem Ex war das immer zu kalt und er hatte Angst, dass ich mich dabei erkälten könnte (und ihn nicht mehr versorgen kann). Dabei waren meine Füße nach diesem Spaziergang total heiß! : )

Früher fand ich das Gefühl des Sandes, der mir von den Wellen des Meeres unter den Füßen weg gespült wurde, ganz furchtbar. Ich hatte das Gefühl, keinen festen Stand zu haben und zu versinken. Doch diesmal war es schön, den weichen Sand unter der Fußsohle zu spüren. Das eiskalte Wasser, das über meine Füße spülte, war eher erfrischend. Aber es schien auch die ganze Zeit die Sonne dabei und wärmte meinen übrigen Körper. Wunderschön!

Mein absoluter Höhepunkt war aber eine Nacht am Strand zu liegen und ganz klar und deutlich Hunderte, nein tausende von Sternen zu sehen. Und sogar die Milchstraße war erkennbar! Zuletzt hatte ich diesen Sternenhimmel 1991 auf Bornholm so erlebt. Damals lag ich mit meiner besten Freundin im Garten unseres Ferienhauses auf Liegestühlen in einer sehr lauen Sommernacht. Nur die vielen Sternschnuppen von damals gab es diesmal auf Zinnowitz kaum. Aber eine habe ich gesehen und mir natürlich dabei etwas gewünscht: Immer genug Geld zu haben, um wenigstens einmal im Jahr auf diese Insel fahren zu können.

Dann folgte eine große Feier mit all meinen neuen und alten Freundinnen und Freunden. Mein netter Nachbar, der mir so viel beim Aufbau meiner Möbel geholfen hat, sowie mein Ex-Freund O., und meine ältesten (im Sinne von wir kennen uns nun auch schon 20 – 30 Jahre) Freundinnen, mit denen ich in die Grundschule bzw. aufs Gymnasium gegangen bin oder mein erstes Praktikum in der Filmbranche bei einer Amerikanerin aus Charlottenburg gemacht habe. Es waren quasi alle Stadien meines Lebens vertreten. Und das zwischen Menschen, die ich so noch nie zusammen bei einer Feier hatte. Und es wurde ein lustiger Abend mit gutem Essen – erst süß, dann herzhaft – und gutem alkoholfreien Wein. Trotzdem war die Stimmung, als hätte ich Alkohol ausgeschenkt. Es war einfach schön! Leider sind die Frauen alle recht schnell verschwunden. Aber die Männer blieben noch und tanzten mit mir zu Peter Fox wild in meinem Wohnzimmer herum. Wir hatten extra den Tisch zur Seite geschoben. Und spielten und blödelten mit den Luftballons herum, die ich für das einzige Kind des Abends extra zur Beschäftigung aufgeblasen hatte. A. interessierte dann doch mehr meine Aussicht. Aber die Männer fanden die Ballons toll und spielten damit wieder wie die Kinder. Gegen Mitternacht warf ich beide raus, weil ich müde wurde. Aber es war die zweitbeste Party seit meinem 40sten!

Am nächsten Morgen kamen mein Sohn und meine Mutter um 12.30 Uhr zum Brunch. Mein Sohn hatte zum Glück glutenfreie Brötchen und Lachs mitgebracht. Ich machte in Ruhe je nach Wunsch noch Latte Macchiato und kochte Eier. Zuerst war die Unterhaltung wieder sehr intellektuell, bis ich darauf bestand, jetzt auch mal nachzufragen, wie es meinem Sohn nach der Trennung denn nun so geht.

Da wurde er plötzlich ganz wütend und verschränkte seine Arme vor der Brust. „Ich wäre beinahe heute nicht gekommen, weil ich total sauer auf dich bin, was hier in der Familie auf einmal ab geht!“ schrie er mich fast an. Ich war erstmal baff. wusste aber sofort worum es gehen musste. Mein Ex-Mann und ich hatten bei unserer letzten Zusammenkunft mal ernsthaft über die Zugewinngemeinschaft gesprochen, die wir mit unserer Ehe ohne Vertrag nun mal eingegangen sind. Und mein Ex verstand alles was ich dazu sagte gleich wieder falsch und rief nur aufgebracht: „Du willst mich ruinieren!“ Dabei hatte ich ihm deutlich zu verstehen gegeben, dass ich eben NICHT möchte, dass er deswegen die Einnahmequelle der Familie, sprich seine Praxis, verkaufen solle, um mich auszuzahlen. Aber das viele meiner Erbschaften in diese geflossen seien und ich diese langfristig gesehen gerne wieder zurückgezahlt bekäme.  Aber Männer werden immer dann besonders komisch, wenn es plötzlich um ihr Geld geht. Ich machte ihm einfach klar: „Wenn ich all die Jahre von dir niemals ein ‚Dankeschön!‘ zu hören bekomme, dann halte ich jetzt eben als Gegenleistung die Hand auf!“ Solche Töne ist mein Noch-Mann von mir natürlich gar nicht gewöhnt. Doch er grinste plötzlich statt weiter zu toben. So als wolle er damit ausdrücken: „Wow! Du gibst ja plötzlich Konter!“

Meinem Sohn gegenüber konnte ich das Missverständnis natürlich auch sofort richtig stellen. Er schlug nun vor, bei unserem nächsten Gespräch dabei sein zu wollen und endlich mal als Familie meine drei Psychosen – oder besser besonders die letzte von 2011 – aufzuarbeiten. Damals war mein Sohn 10. Er ist deswegen natürlich ebenso traumatisiert worden wie mein Mann und ich selbst auch. Ich war begeistert von der Idee und sagte sofort zu. Danach umarmten und küssten wir uns wieder. Nun bin ich auf den 07. November gespannt und werde berichten.

Die letzte Feier war nun diesen Sonntag mit meiner lieben Veganerin I. Leider hatte sie nicht ganz so viel Zeit, weil ihr jüngster (10) allein Zuhause war. Daher blieb sie nur 2 Stunden. Aber es war trotzdem sehr schön. Und das Essen sehr lecker. Wieder erst süß mit Soja-Latte und dann herzhaft mit Salat.

Alles in allem ein sehr schöner und auch aufregender Monat. Ich bin gespannt, was der November so bereit hält…

Ich wünsche euch einen schönen November und vielleicht geht ihr ja heute Abend zu einer Halloween-Party? Wenn ja, wünsche ich viel Spaß!

Eure Coco

 

 

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Abhängigkeit

Hallo zusammen!

Wieder bin ich in eine Falle getappt! Und zwar erneut in die von O.! Ich dumme Kuh!O. will mit mir „befreundet“ bleiben. Ich mit ihm einerseits auch, weil ich mit niemandem so gut reden kann, wie mit ihm. Über all die Probleme, die ich momentan habe.

Mit dem Arbeitsamt, die ein Gutachten über mich haben erstellen lassen, das mir nach 15 Minuten allgemein-ärztlicher Untersuchung attestierte, ich sei psychisch „chronisch krank“ nach Ansehen meiner drei Entlassungsbriefe und ohne mich einmal zu Wort kommen zu lassen! Mein behandelnder Psychiater sagte mir zum Glück, dass dieses Gutachten Null und nichtig sei, weil er dazu gar nicht befragt worden ist. Trotzdem habe ich mich entschieden, es nicht anzufechten, weil sonst meine Zeit in der Behörde noch länger dauert und ich ja grundsätzlich für eine berufliche Reha bin. Um einerseits zu testen, was ich wirklich noch leisten kann und ihnen somit hoffentlich auch das Gegenteil beweisen zu können.

Doch diese Abhängigkeit macht mich fertig! Und zwar in zwei Fällen: Vom Arbeitsamt und von O. Seit ich arbeitslos bin, spendiert mir O. ständig irgendwas. Und ich fühle mich dadurch in einer Bringschuld. Darum lade ich ihn auch dauernd zu einem Eis oder zu Kaffee & Kuchen ein. Oder helfe ihm bei einem schwierigen Formular. Er sagt mir, dass er mit mir befreundet bleiben will. Doch er tut so viel mehr für mich als ich es von all meinen Freundinnen gewöhnt bin. Oder sagen wir es anders: Weil er ein Mann ist, denke ich sofort: „Er will bestimmt nur Sex!“ Doch den will er gar nicht! Trotzdem hält er von sich aus meine Hand und küsst mich noch immer auf den Mund. Und das deutlich länger, als es für einen „freundschaftlichen Kuss“ sein sollte. Also wenn seine Lippen gefühlte 10 Sekunden auf meinen bleiben und er dabei auch noch wohlig seufzt. Und mich die ganze Zeit anstrahlt wie frisch verliebt.

Klar sollte ich happy sein deswegen! Und es einfach genießen! Aber ich kann es nicht! Ich fühle schon wieder diese Beklemmung, dieses Gefühl, dass er mir meine Freiheit nimmt und über mich und mein Leben bestimmen will. Und ich komme gerade erst aus einer langjährigen Beziehung, in der ich unterdrückt und letztlich fürchterlich ausgenutzt worden bin. In der mein Ex mich ständig klein gehalten hat und es nur um seine Wünsche, seine Probleme und sein Leben ging. Und ich will das alles nicht noch einmal erleben!

Denn auch O. ist im Grunde ein kleiner Chaot, der eine organisierte Frau wie mich gut gebrauchen kann. Und im Bett war es einfach unglaublich mit ihm. Ich hätte – ich weiß das klingt jetzt nach „Bitch!“ – wirklich gerne wieder Sex ohne jegliche Verpflichtung dahinter mit O. Wenn Frauen das sagen, sind sie Schlampen! Ich weiß! Aber es tut mir auch verdammt gut für mein Ego und die eigene Ausstrahlung, wenn ich guten und erfüllenden, hemmungslosen Sex habe! Und auf den habe ich Jahrzehnte lang verzichtet.

O. und ich werden nun über meinen Geburtstag gemeinsam verreisen. An die Ostsee in mein Lieblingshotel. Drei Tage „Romantik“ mit Candlelight-Dinner, gemeinsamem Wannenbad (abwarten!), synchroner Rückenmassage und Frühstück auf dem Zimmer. Mal sehen, was in dieser Zeit zwischen uns passiert…

Ich wünsche euch einen erfüllenden Job und einen euch liebenden Menschen an eurer Seite!

Eure Coco

 

 

Zwangspause

Hallo zusammen!

Anscheinend will mein Körper gerade nicht so wie ich will. Letzte Woche lag ich  schwach und wie gelähmt im Bett und fühlte mich – ohne wirklich Husten oder Schnupfen zu haben – erkältet.

Ich dachte eigentlich diese 5 Tage Ruhe hätten ausgereicht. Doch gestern früh habe ich mir morgens im Halbschlaf beim Einstieg in die Badewanne zum Duschen den Zeh am Haltegriff der Wanne angehauen. Den ganzen Tag über war ich unterwegs und hatte eigentlich keine großen Schmerzen. Doch am Spätnachmittag sah mein Zeh Zuhause plötzlich violett aus. Meine Mutter fuhr mich in die Notaufnahme des Krankenhauses bei uns im Kiez, weil ich davon ausging ich hätte mir den Zeh gebrochen. Ist er zum Glück nicht! Aber heute früh dick geschwollen und noch immer lila.

Ich kenne es aber auch schon von mir, dass ich „abkacke“, wenn es draußen langsam in Richtung Herbst tendiert. Außerdem kehrt jetzt nach drei Monaten Chaos langsam Ruhe ein. Da streikt mein Körper jetzt eben mal und verordnet mir diese Zwangspause.

Nun gut, kann man nichts machen! Ich gebe nach und verfrachte mich mit Kühlkompresse und vielen Zeitschriften aufs Sofa.

Euch wünsche ich, dass ihr gesund durch den Jahreszeitenwechsel kommt!

Eure Coco

Wochenende!

Hallo zusammen!

Nichts genieße ich so sehr wie die Wochenenden in meiner eigenen kleinen Wohnung!

Schlafen solange ich will ohne dass jemand gucken kommt, ob ich nicht langsam mal aufstehen und das Frühstück machen will.

Das Frühstück mache ich aber genauso groß und üppig wie in meinem letzten Zuhause. Doch zu diesem besonderen Sonntagsfrühstück benutze ich mein „gutes Geschirr“ aus mintgrünem Steingut und mein dekadentes messingfarbenes Besteck. wozu habe ich es mir schließlich gekauft, wenn es nur für Gäste, die selten kommen, im Schrank liegt. Am Wochenende bin ich mein eigener und liebster Gast!

Leider haben es mir die einfallenden Wespen im letzten Monat verdorben auf meinem schönen Balkon zu frühstücken. Selbst meine kleine Opfergabe an Resten von meinem Obstkompott-Einkochen brachten sie nicht davon ab, mein schönes Brötchen mit Lachs oder den Obstsalat anzusteuern. Ich rührte mehrfach in meiner Latte Macchiato und in meinem Orangensaft herum, um zu testen, dass mir auch keine Wespe ins Getränk gefallen war. Und auch der Quark mit Karamellsirup wurde durchpflügt. Letztlich habe ich aufgegeben und doch im Wohnzimmer an meinem Esstisch gegessen.

Dabei genieße ich es in einem meiner  Feel-Good-Magazine wie Flow, ma vie oder einfach.sein zu blättern und ganz in Ruhe solange zu lesen, bis ich nach einer Stunde alles aufgegessen habe und keine Lust mehr zu lesen habe.

Nach dem üppigen Frühstück gönne ich mir einen langen Aufenthalt im Bad, wo ich mich für die kommende Woche schön mache und mich dazu lange in die Badewanne begebe. Während ich eine Gesichtsmaske aufgetragen habe, peele und rasiere ich meinen Körper und verwöhne meine Haare mit einer Kur oder gönne mir eine neue Haarfarbe. Auch meine Füße kommen nicht zu kurz. Ausgiebige Pediküre gehört ebenfalls zu meinem Schönheitsprogramm.

Und für den Rest des Tages nehme ich mir Dinge vor, zu denen ich unter der Woche nicht komme. Ich besuche Ausstellungen bzw. kleine Galerien oder mache Besuche bei Freundinnen, gehe in die Sauna, jetzt wenn es wieder kälter wird oder verbringe einfach mal die Zeit in Ruhe Zuhause, um zu lesen, zu schreiben, zu malen, zu basteln oder zu backen und Schokolade bzw. Pralinen herzustellen, die gern gesehene Geschenke bei meinen Freundinnen und Verwandten sind.

Was macht ihr denn so in eure Freizeit?

Ich würde meine fleißigen Follower ja gerne etwas besser kennenlernen, wenn ihr gestattet?

Ich wünsche euch jedenfalls ein tolles und entspanntes Wochenende mit all den Dingen, die euch gut tun!

Eure Coco

Frustfressen

Hallo zusammen!

Es hat mich erwischt! Ich bin mal wieder erkältet. Das heißt, ich habe eigentlich keine richtigen Erältungssymptome. Anfangs Halsschmerzen, etwas Husten, mittlerweile niese ich mal ab und zu. Aber ein Grundgefühl schwerer Erschöpfung sucht mich gerade Heim. Also habe ich alle Termine für diese Woche abgesagt und mich in meine 4 Wände zurückgezogen. Ich bin kaum aus meinem Schlafzimmer herausgekommen.

Leider esse ich momentan nur Schrott! Schokolade und viel zu wenig Obst und Gemüse, was für eine Genesung ja nicht gerade förderlich ist. Ich weiß!Aber es sind Kalorien ohne viel Aufwand bei der Zubereitung. Doch danach fühle ich mich meist noch schlechter als vorher.

Ich habe überall gesagt, ich hätte Fieber, was ich gar nicht hatte. Nur damit ich meine Ruhe haben kann bzw. von allen bemitleidet werde. Nicht richtig! Auch das weiß ich. Aber nach all dem Stress der letzten Monate brauche ich einfach mal eine Auszeit!

Ich sehe Netflix mit dem Zugang von O., den er mir netterweise zur Verfügung gestellt hat. Ich schlafe viel. Ich lese. Und mache nebenbei die Wäsche oder meinen Abwasch per Maschinen.

Warum fange ich hier in meiner alten Heimat wieder an, so viel Scheiß in mich hinein zu fressen? Ich habe wieder all meine schlechten Angewohnheiten von vor der Weight-Watchers-Diät angenommen. Leider! Ich esse wieder vor dem Fernseher Chips und Schokolade. Mache kaum noch Sport. Ich lasse mich gehen! Und das kotzt mich an!

Warum manipuliere ich mich selbst schon wieder? Ich bin so nicht glücklich! Das weiß ich! Aber ich tue es trotzdem, weil es einfach ist. Ich schlucke wieder alle schlechten Gefühle herunter, statt sie auszuleben, zu verarbeiten, geschweige denn zuzulassen. Ätzend!

Ich habe über 10 Malbücher für Erwachsene mit schönen Sprüchen im Regal zu stehen. Und mache kaum eines davon. Dabei wäre es tausendmal besser etwas auszumalen mit schöner Musik und einer Tasse Tee, als wieder vor dem Fernseher zu versacken und Filme zu gucken, die ich eh schon alle kenne!

Warum tue ich mir das selbst an?

Ich könnte schon mal für Weihnachten oder meinen Geburtstag kleine Give-aways basteln. Immerhin habe ich massenweise Bastelmaterial gekauft, das ebenfalls in den Regalen verstaubt.

Warum bin ich immer so faul? Und langsam gefällt mir die Begründung: „Weil deine Mutter genauso war!“ nicht mehr! „Jeder ist seines Glückes Schmied!“, heißt es doch so schön. Was bringt es mir, eine „Schuldige“ zu haben? Gar nichts! Denn es macht mein Problem deswegen nicht ungeschehen! Im Gegenteil. Es ist einfach nur eine billige Ausrede, um mit dem weiterzumachen, was mir schadet und dabei selbst „unschuldig und machtlos“ daneben stehen zu können.

Aber so will ich nicht mehr leben! So habe ich schon viel zu lange vor mich hin vegetiert! Ich will endlich meine Zeit sinnvoll nutzen! Schreiben, malen, basteln. Und ich werde hier und heute damit beginnen!

Ich wünsche euch, dass ihr alle das Leben lebt, das euch gut tut!

Eure Coco

Hummeln im Hintern

Ich schaffe es einfach nicht, still zu sitzen und mal nichts zu tun!

Verdammter Mist!

Und warum nicht? Weil ich dann wieder von meinem Gefühl der Trauer eingeholt werde. Und der Einsamkeit, die ich empfinde, seit ich O. verlassen habe.

Trotzdem wollen wir befreundet bleiben. Denn er war mir nicht nur ein unglaublich guter Liebhaber (was im Endeffekt meine Eifersuchtsattacken verursachte, weil ich ihn diesbezüglich für mich allein haben wollte), sondern auch mein bester Freund. Oder besser gesagt mein väterlicher Freund, weil er Papa so ähnlich ist, dass es mir schon unheimlich ist. Doch meine Projektion hat ihn auch gestört. Verständlich, wie ich finde.

Und jetzt ist eben die Trauer um meine letztes Jahr verstorbene beste Freundin I. dran. Und die fühlt sich zuweilen an wie ein stürmisches Meer, deren hohe Wellen mich in die Tiefe reißen. Doch ich schwimme letztlich immer wieder an die Oberfläche. Weil ich mein Leben viel zu sehr liebe. Trotz all der widrigen Umstände.

Ich muss es endlich mit mir allein aushalten, ohne O. ständig per WhatsApp und Messenger anzuschreiben oder ihn anzurufen.

Letzte Woche haben wir uns doch wieder geküsst. Erst ich ihn nur auf die Wange. Dann spitzte er den Mund und ich küsste ihn auf selbigen, als würde ich meinen Sohn küssen. Doch er küsste mich auch noch auf den Hals. Was unfair war, da es meine erogene Zone ist, was er natürlich weiß! Fast hätte er deswegen seine S-Bahn verpasst.

Was mach ich bloß?

Ich schwimme in einem Wirrwarr der Gefühle!

Trauer, Wut, zuweilen Verzweiflung deswegen. Aber auch Selbstliebe, was mich immer wieder aus meinem Sumpf rettet.

Und Tango?

Momentan habe ich nicht viel Freude an diesem Traum, den ich einst hatte. Doch ich zweifle schon wieder, ob er noch richtig für mich ist?

Letzten Endes ist es ja auch eine Sportart, die mir hilft, meine unruhigen Beine in den Griff zu bekommen. Aber die Philosophie dahinter missfällt mir zunehmend.

Obwohl viele Männer schon sehr höflich, elegant und teilweise auch sehr charmant sind. Mehr als in anderen Kreisen. Nur die Erotik des Tanzes ist mir gerade zu viel des Guten!

Ich wünsche euch klare Verhältnisse in euren Gefühlen!

Eure Coco

Imitation und Hingabe

Hallo zusammen!

Mir ist dieser Tage ein Verhaltensmuster von mir aufgefallen, das mir missfällt: Wenn ich mit einem Mann zusammen bin, dauert es nicht lange und ich übernehme seine Eigenarten. Bei meinem Ex-Mann waren es seine Sprüche und sein Perfektionismus, die ich übernahm. Bei O. seine Art vor einer anstehenden Aufgabe „Sooo!“ zu sagen und einmal tief durch zu atmen.

Außerdem bei beiden der jeweilige Kleidungsstil: Bei meinem Ex M. sportlich-lässig bzw. später bieder, bei O. eher flippig-jugendlich mit immer kürzer werdenden Kleidchen, die meinem Sohn schon peinlich wurden.

Wo bin ich dabei? Was ist meine eigene Art zu reden? Mich anzuziehen?

Momentan merke ich, wie die Trauer über meine vor einem Jahr verstorbene beste Freundin I. endlich aus mir heraus bricht. Und deshalb trage ich derzeit mit Absicht schwarz und eine Sonnenbrille. Weil ich öfters anfangen muss zu weinen. Aber es fühlt sich richtig an, diesem intensiven und mir zuweilen wie eine Depression vorkommenden Gefühl nachzugeben und es zu- und raus zu lassen.

Vorhin kam eine Frau mit Eulen-Ohrringen in den Fahrstuhl. Ich habe mich eher gefreut und es als kleinen Gruß von I. genommen, als wieder traurig zu werden.  Demnach wird es langsam besser. Doch es kann von Tag zu Tag variieren. Letzten Samstag war vor genau einem Jahr ihre Beerdigung. Eigentlich wollte ich zu einem Nachbarschaftsfest gehen, doch meine Trauer lähmte mich derart, dass ich den ganzen Tag heulend auf dem Sofa lag und mich nur mit Junkfood vollstopfte.

Es kam alles zusammen: Die Trennung von M. und O., plus die Trauer um I. Ich war kurz davor, meine Tabletten alle auf einmal zu schlucken, um diesem Schmerz zu entgehen. Doch der Gedanke an meinen Sohn hielt mich am Leben. Und ich meine sowas auch nie ernst. Dazu liebe ich das Leben viel zu sehr.

Doch es fühlt sich einfach so schmerzvoll an, dass mein Kopf nun mal solche Vermeidungsstrategien ausspuckt, um dieses Leid zukünftig radikal zu vermeiden.

Nein, ich will nicht aufgeben, nur weil mir die Männer momentan mehr weh als gut tun! So weit kommt es noch! Nur ein Mann hält mich aufrecht: Mein Sohn. Ich will ihm weiterhin zur Seite stehen. Auch wenn er jetzt offiziell erwachsen ist. Und irgendwann will ich auch Oma werden.

Ich muss einfach an mir arbeiten! An meiner ständigen Eifersucht, die mir alles zerstört hat, was mit O. war. Das ist ja nur der Ausdruck eines fürchterlichen Minderwertigkeitskomplexes! Und den haben meine Eltern und mein Ex-Mann stetig geschürt. Trotz aller Leistung wurde ich nicht anerkannt oder gelobt. Geschweige denn dafür so geliebt, wie ich es gebraucht hätte beziehungsweise immer noch brauche.

Die Gespräche an E.s Geburtstag waren wieder derart intellektuell, trotz all der Vorkommnisse, dass ich am liebsten laut: „Schluss jetzt!“ gerufen hätte. Aber die Gruppendynamik war wieder stärker als ich. M. war anwesend, was ich meinem Sohn zuliebe getan habe. Er machte mir Komplimente für meine Wohnungseinrichtung. Wobei die Idee, ein Kallax-Regal als Raumteiler zu benutzen, von O. inspiriert war, der so ein Kallax-Fan ist, dass er seine ganze Wohnung damit ausstaffiert hat.

Somit habe ich auch in meiner Wohnung Dinge, die ich von Männern übernommen habe. Und die ich jetzt Stück für Stück gegen meine eigenen Ideen ersetzen will.

Ich wünsche euch Eigenständigkeit und Unabhängigkeit all euren Lieben gegenüber!

Eure Coco